Zschäpe sowie vier weiterer Angeklagter. Zschäpe wurde im Juli 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Mitangeklagten bekamen Strafen in Höhe von zweieinhalb bis zehn Jahren. In der Urteilsbegründung, die nun an die Prozessbeteiligten verschickt wurde, heißt es, Zschäpe habe einen Beitrag “von überragender Wichtigkeit” zu der Terrorserie des NSU geleistet. Bei so gut wie allen Aspekten, von der Beschaffung von Alibis bis zum Auskundschaften der Anschlagsorte, sei sie beteiligt gewesen. Zwar war Zschäpe bei den Taten nie vor Ort, dies habe jedoch zur Strategie des Trios gehört. Sie habe die Wohnung abgesichert, die als “Zentrale” diente. Ihre Aufgabe war es, im Ernstfall Beweise zu vernichten und die Bekenner-DVDs zu verschicken. Zschäpes Aussage, von den Taten der beiden Männer Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt erst im Nachhinein erfahren zu haben und unter Druck gesetzt worden zu sein, wiesen die Richter als “unglaubhaft” zurück. Während ein psychologisches Gutachten der Verteidigung Zschäpes ihr eine “dependente Persönlichkeitsstörung” attestiert, die verminderte Schuldfähigkeit impliziert, beruft sich das Gericht auf den Gutachter Henning Saß, der in Zschäpes Fall von “Raffinesse und Disziplin” spricht.